Natur
Copyright Text und Bilder Anke Junginger
Einen Käfer sah ich am Wegesrand
von seiner glänzenden Schönheit gebannt
blieb ich stehen um zu verweilen
und erkannte mit einem Mal:
es gibt keinen Grund für Eile…
So viel verträumte Schönheit am Wegesrand,
Blüten geschmückt mit schönstem Getier:
Bienen, Hummeln und Käfer, sie sind eine wahre Zier.
Schöner als Diamanten und Samt und Seide
schenken sie jeder Blüte Glanz und verbreiten ihren zarten Zauber…
Lass Dich umfangen von diesem wahren Sein
und nicht mehr davon tragen vom puren Schein…
- Anke Junginger -

Der kleine Wiesenknopf (Sanguisorba minor) ganz nah, mit Käferschmuck... Käfer sind schon eine ganz besondere Zierde für die Blumen…
In der Ruhe liegt die Kraft: einfach mal eine Pause einlegen, die Aussicht genießen und die Gedanken schweifen lassen...



So eine Pusteblume hat in der Welt der Käfer wohl die Bedeutung eines Erlebnisparks: Ob Aussichtspunkt, Labyrinth oder Sonnenschirmchen - Spiel, Spaß und Spannung sind garantiert...

Käfer – brummendes Taumeln in Blütenkelchen:
Schwerfälliges Taumeln beim Flug, zufriedenes Brummen in Blütenpracht. Wenn eine Elfe einen Käfer bittet, sie mitzunehmen, wird es kein schneller Flug – nein, eher eine beschauliche Elfenreise.
Copyright Text und Bilder Erich Urban
Mythologie und Bedeutung der Kirsche (Prunus avium)
Die Kirsche: Liebe, Fruchtbarkeit, Trennung, Tod, Wiedergeburt
Auch der Kirsche werden magische Eigenschaften zugesprochen. Sie steht für Liebe und Fruchtbarkeit aber auch für Trennung, Tod und Wiedergeburt.

In der Mythologie wird der Kirschbaum sehr ambivalent gesehen: einerseits wird er für Zukunfts- und Liebesorakel verwendet, andererseits wird ihm der Ruf des Unheimlichen zu Teil.
Die Ursachen hierfür sind vielfältig:
In der griechischen Mythologie war der Kirschbaum Artemis, der Göttin der Jagd, des Waldes und des Mondes geweiht. Er galt daher als Mondbaum. Der zu- und abnehmende Mond symbolisiert den ewigen Zyklus von Geburt und Tod. Im Laufe der Zeit rückte der Aspekt „Leben“ immer mehr in den Hintergrund und die Kirsche galt nunmehr als Baum der Unterwelt. Je mehr die ursprüngliche Bedeutung der Kirsche in Vergessenheit geriet, desto schauriger wurden die Geschichten, die man sich über die Kirsche erzählte.
Zum Beispiel weiß der Volksglauben zu berichten, dass die Geister von Verstorbenen in der Nähe von Kirschbäumen zu finden sind. Ausserdem soll der Kirschbaum die Wohnstatt von düsteren Baumgeistern sein.
Des Nachts kann man bei Vollmond Elfen oder weiße Frauen sehen, die um den silbrig schimmernden Stamm eines blühenden Kirschbaums tanzen. Man sollte es jedoch tunlichst vermeiden, sie dabei zu beobachten. Tat man es dennoch, drohte großes Unheil. Sollte man sogar mit den Elfen tanzen, würde man am nächsten Morgen tot unter dem Baum liegen.
Die Frucht des Kirschbaums – die Kirsche - wird seit alters her als ein Symbol für Leidenschaft und Liebe angesehen. Aus diesem Grunde wurde sie von der Kirche zur unreinen, verbotenen Frucht erklärt.

Dennoch ist uns ein Liebesorakel, in Form eines alten alter Brauchs erhalten geblieben: die Barbara-Zweige.
Am Barbaratag werden von heiratswilligen Mädchen Kirschzweige abgeschnitten und in wassergefüllte Vasen gestellt. An jeden einzelnen Zweig wird ein Zettel mit dem Namen eines potentiellen Heiratskandidaten gehängt. Wessen Zweig zuerst erblüht, soll im nächsten Jahr der Auserwählte sein. Wenn sich bis Weihnachten keine Blüten zeigen, so gibt es im nächsten Jahr keine Heirat.
Noch heute ist es auch in manchen Gegenden Brauch, das erste Badewasser eines neugeborenen Mädchens an einen Kirschbaum zu schütten, damit es schön und lieblich werde.
In Japan ist die Kirsche hochgeschätzt. Ihr zu Ehren findet seit über 1000 Jahren das Kirschblütenfest statt.

Die Kirsche (Prunus avium) gehört zur Familie der Rosengewächse. Da Kirschen sehr gerne von Vögeln gefressen werden, leitet sich der Zusatz „avium“ vom lateinischen Wort für Vögel ab.
Wie Funde von Kirschkernen belegen, ist die Kirsche schon seit vorgeschichtlicher Zeit bei uns bekannt, erlangt jedoch erst durch die Römer eine größere Verbreitung.
Copyright Text und Bilder Erich Urban
Mythologie und Bedeutung der Lärche (Pinus Larix)
Die Lärche - Der Baum der Feen
Neuanfang, Erneuerung, Loslassen, Selbstvertrauen, Mut, Glücksbringend
Die zu den Kiefernarten gehörige Lärche ist ein sommergrüner Baum, der im Spätherbst seine nadelförmigen Blätter abwirft. Es ist ein lichter heller Baum, der den dunklen Wald magisch erleuchtet: ihr Laub ist während des Austriebes im Frühling frischgrün, im Sommer dunkler und färbt sich im Herbst in ein prächtig leuchtendes Goldgelb. Die Lärche ist vor allem im Gebirge zu finden und gilt als sehr widerstandsfähig, sie wird auch als Deutsche Zeder bezeichnet.

Vor allem in den Bergen schätzt man die Lärche sehr. Laut Volksglauben lieben die Feen die Lärche und schätzen den Baum als Ruheplatz. Die Lärche ist ein Baum, der den Menschen und den Naturwesen sanft und liebevoll begegnet.
Es gibt zahlreiche Erzählungen über Lärchen, die von freundlichen Waldfeen bewohnt werden. Diese "Saligen Frauen" (auch wilde oder weiße Frauen) sind dem Menschen überaus wohlgesonnen und helfen verirrten Wanderern oder Menschen in Not. Der Volksglauben weiß zu berichten, dass sie armen Leuten Geldsäckchen überlassen, die sich niemals leerten, Brotkästen, die immer gefüllt blieben und Käselaibe, die nachwuchsen.

Wegen ihrer schützenden Kräfte wurde die Lärche schon im Altertum sehr geschätzt. Sie galt als heiliger Baum und wurde sogar noch nach der Christianisierung verehrt. Zum Schutz vor Zauberei pflanzte man Lärchen als Hausbäume und hoffte, einer Waldfee eine Wohnstatt zu geben. Um böse Geister zu vertreiben, wurden in der Walpurgisnacht (die Nacht zum 1. Mai) Lärchenzweige, sogenannte Hexenrüttel an Türen und Fenstern aufgehängt.
Da sich das Holz der Lärche bei Verletzungen - ebenso wie das der Erle - rot färbt, wurde ihm der Schutz vor Feuer und Blitzschlag zugesprochen. Auch die Römer waren davon überzeugt, dass die Lärche nicht verbrennen könne und benutzten sie deshalb auch für Bauwerke.
Harz und Holz der Lärche sind eine beliebte Räucherung zur Reinigung nach schmerzhaften Geschehnissen.
Das Harz der Lärche war im Volksglauben auch Teil von Hexentränken, wie wir bei Ben Johnsons „Witches Song“ erfahren…
Quelle: The Folk-lore of Plants, by T. F. Thiselton-Dyer, 1889.
Aus Plant Lore Legends and Lyrics, Richard Folkard, Jun., London 1884.
Copyright Text und Bilder Anke Junginger
Mythologie und Bedeutung der Erle (Alnus)
Die Erle – Hüter von Geheimnissen, Schwellenbaum zur Anderswelt, Selbstvertrauen, Lebenskraft, Klarheit, Ausdauer
Im Gegensatz zu anderen Bäumen ist der Ruf der Erle vor allem in Deutschland eher negativ behaftet. Im Volksglauben sind Sagen über die Erle meist mit düsteren unheimlichen Begebenheiten verwoben. Sie findet kaum als Heil- oder Schutzbaum Verwendung, sondern ist seit alters her als Hexenbaum oder Baum der Toten verschrien. Laut Hildegard von Bingen ist die Erle sogar ein „... Sinnbild der Nutzlosigkeit“.

Doch woher hat sie diesen schlechten Ruf?
Erlen gedeihen bevorzugt an feuchten sumpfigen Stellen wie Teichen, Flussauen oder Mooren. Oft reichen ihre Wurzeln bis ins Wasser. Sie stehen also genau auf der Grenze zwischen dem festen sicheren Boden und den schaurigen nebeligen Moorgebieten mit all ihren Gefahren, Wassergeistern und Irrlichtern. Anders betrachtet wächst die Erle auf der Grenze zwischen dem Diesseits und der Anderswelt. Der Vorhang zwischen den Welten ist hier sehr dünn und kann sich durch Meditation noch mehr lichten. Die Erle bildet sozusagen ein Tor zur Welt der Elfen und Naturwesen.
Laut Sage wohnt im Moor das Erlenweib, welches auch Irle, Arle oder Else genannt wird. Sie gilt als die Personifizierung der Erle und wird mit Hexerei in Verbindung gebracht. Wanderer werden durch sie in die Irre und somit ins Verderben geleitet. Im Mondschein kann man sie zuweilen dabei betrachten, wie sie am Feuer sitzend ihre Haare kämmt. Für die Kelten war das Moor ein mythischer Ort. Sie betrachteten ihn als den Wohnort der Seelen Verstorbener und versenkten mit Vorliebe ihre Menschenopfer darin. Bei den Druiden war die Erle sehr geschätzt und ein wichtiger Baum.
Eine andere seltsame Eigenart der Erle ist ihr Saft, der sich beim Kontakt mit der Luft blutrot verfärbt. Wird der Baum geschlagen oder verletzt, blutet er wie ein lebendes Wesen, was die Menschen in den alten Zeiten mit Furcht erfüllte. So glaubte man, dass eine Erle, die hört, dass sie gefällt werden soll, anfängt zu weinen zu klagen und zu bluten.
Wenn man an die Erle denkt, da kommt einem natürlich sofort Goethes Gedicht der Erlkönig in den Sinn. Dazu sollte man aber wissen, dass der Erlkönig aus der nordischen Mythologie wohl eigentlich der Elfenkönig war. In Vollmers Mythologie der Nationen heißt es über den Elfenkönig: „…er ist der Beherrscher der zarten, luftigen Wesen, welche man Elfen nennt…. Er wird abgebildet als großer, bärtiger Mann, mit glänzender Krone und langem, schleppendem Gewand“. Vollständiges Wörterbuch der Mythologie aller Nationen, Dr. W. Vollmer, Hoffmann’sche Verlags Buchhandlung, Stuttgart, 1836, S. 702)

Zur Ehrenrettung der Erle muss man jedoch anführen, dass ihr unverrottbares Holz schon immer sehr geschätzt wurde. So wurde beispielsweise Venedig auf Pfeilern aus Erlenholz errichtet. Durch ihre starke Bindung zum Element Wasser wird das Holz der Erle auch von Wünschelrutengängern verwendet. Bei den Griechen und Römern war der Baum übrigens Neptun geweiht.
Erlenzweige wurden in der Walpurgisnacht (Nacht zum 1.Mai) zum Schutz vor Hexen benutzt. Daher stammt auch ihr selten gebrauchter Name "Walperbaum".
Trotz ihres düsteren Rufes, wohnt auch der Erle ein Zauber inne und es wurden vor den altgermanischen Ostarafesten Erlenkränze gebunden und die Häuser damit geschmückt, um Gewitter abzuhalten. Auch zum Färben wurde die Erle verwendet und es ließen sich viele Farben aus ihr gewinnen (Grün aus den Blüten, Rot aus der Rinde und Braun aus jungen Sprösslingen).
In Richard Folkards Buch „Plant Lore, Legends, and Lyrics“ heißt es, dass die Erle, die zur Familie der Birkengewächse zählt, der Venus zugeordnet wird und unter den Sternzeichen Fische / Krebs steht.

In der Elfenwelt lieben vor allem die Undinen und Wassergeister diesen Baum, und sein unheimliches Bild, weicht in unserer Zeit einem ganz anderen: Wir sehen die Erle als zauberhaften Baum des Wassers, der ein bisschen melancholisch wirkt, weil die Menschen ihn so lange fürchteten. Es wird Zeit diesen Baum in einem anderen Licht zu sehen, denn die Erle ist ein Hüter von Geheimnissen, die uns hilft, zwischen Schein und Sein zu unterscheiden. Sie hilft uns, wenn wir die Welt hinter unserer Welt erkennen wollen und öffnet uns einen Zugang in die Welt der Elfen und in die Anderswelt. Die Erle hilft uns in unsicheren Zeiten, denn sie erinnert uns Selbstvertrauen zu bewahren und auf unsere innere Stärke zu bauen. Die Erle schenkt uns Energie, Lebenskraft, Klarheit und Ausdauer.
Quelle
The Folk-lore of Plants, by T. F. Thiselton-Dyer, 1889.
Plant Lore, Legends, and Lyrics, Richard Folkard, Jun., London, 1884, S. 209





