Natur
Copyright Text und Bilder Anke Junginger

1. August, Lughnasa
Lughnasa ist ein Fest keltischen Ursprungs, das am ersten August gefeiert wird. Es steht im Zeichen des Elements Erde. An diesem Tag sind vor allem die Erdwesen unterwegs um zu sehen, wo die bevorstehende Ernte gefeiert wird. Auch dies ist ein traditioneller Tag, an dem man Kräuter erntet.
Segenvolle Wünsche zu Lughnasad –
Mais und Korn, alles was vergeht, wird wieder geboren…
Wärme im Herzen und Wärme im Heim,
eine reiche Ernte und ein Dank an Mutter Erde -
zum Segen aller Wesen.
Es ist der Beginn der Erntezeit… Viel Freude und Glück für diesen ganz besonderen Tag im Kreis der Jahreszeitenfeste! Dieser Tag eignet sich vor allem für Rituale die Fülle und Wachstum bewirken sollen. Lughnasad, auch Lammas ist ein keltisches Fest, das am 1. August gefeiert wird und das den Übergang zum Herbst einläutet. Ein Tag an dem wir innenhalten um zu Danken, es ist der Tag, an dem wir Mutter Erde ehren. Die Ernte von Früchten, Gemüse, Kräutern, Korn und Mais steht im Mittelpunkt. Jetzt werden Vorräte für die lange dunkle Zeit des Jahres angelegt… Traditionell wurden an Lammas häufig Brote gebacken, gesegnet und gemeinsam verzehrt…
Es ist ein Tag an dem wir uns mit Mutter Erde verbinden können um zu spüren, dass alles eins ist im ewigen Kreislauf des Werdens und Vergehens.
Copyright Text und Bilder Anke Junginger

Kräuterweihe, Kräutermesse oder Kräutersegnung am 15. August
Die Kräuterweihe ist ein sehr alter Brauch, der an Mariä Himmelfahrt begangen wird. Die Menschen danken für das Geschenk der Kräuter und ihre heilenden Kräfte. Ursprünglich stammte der Brauch von den Germanen, wurde aber später von der Kirche übernommen. Auch heute finden noch oder wieder sogenannte Kräuterweihen in den Kirchen statt und die mitgebrachten Sträuße werden vom Pfarrer gesegnet.
Die Kräuterweihe sollte uns wieder an unsere Verbindung mit der Natur erinnern – an die Kraft und Heilung, die wir aus ihr schöpfen können. Dazu sollte man am 15. August Kräuter sammeln und in Gedenken dieses alten Brauches einen schönen Strauß zusammenstellen und der Natur für ihre Gabe danken.

Elfenvolk hinter Kräutern versteckt –
Heute kaum noch in unseren Gärten entdeckt.
Gedenkt der Würze und der heilenden Kraft
und schafft Orte des Duftes und des Lebens
– die Kraft der Kräuter ist voller Segen!
Anke Junginger
Copyright Text und Bilder Anke Junginger
21. September, Tagundnachtgleiche, Mabon
Die Herbst Tag- und Nachtgleiche schenkt uns Harmonie – die Tage und Nächte sind gleich lang... Es besteht Ausgeglichenheit. Es ist die Zeit der Harmonie, der Fülle und der Wärme... Die Erde beschenkt alle Wesen mit ihren Früchten, die Erntezeit steht an. Ab nun werden die Nächte länger, die Dunkelheit übernimmt und verleiht dem Licht Glanz, die zunehmende Kälte führt uns mehr ins Innen – Gemütlichkeit und Wärme um uns... Eine Verneigung vor der Dunkelheit, ein Dank an die Wärme und das Licht!
Wer diesen besonderen Tag mit kleinen Ritualen feiern möchte: Ein Räucherritual und ein herbstlich geschmückter Tisch (Weintrauben, Äpfel, Nüsse, Beeren, Tannenzapfen...) schaffen eine feierliche Atmosphäre und verbinden uns mit der Natur. Oder ein achtsamer Spaziergang vorbei an Apfelbäumen, leuchtenden Sonnenblumenfeldern oder durch den Wald.
Hauptthemen heute sind Harmonie, Balance, Sicherheit, Fülle und Schutz: An diesem besonderen Tag, könnt ihr diesen Themen besondere Aufmerksamkeit schenken und in kleinen Ritualen um die Erfüllung Eurer Wünsche bitten.
Herbst Tag und Nachtgleiche, Mabon – lasst Euch vom Herbst umarmen und begrüßen, ein Dank für die Ernte und die Gaben die wir aus der Natur erhalten.
Am 22. September ist Tag- und Nachtgleiche – überall auf der Erde sind Tag und Nacht von gleicher Dauer… nun wird es langsam dunkler von Tag zu Tag. Es ist die Zeit der Ernte, die Zeit wenn das Laub fällt und die Natur ihr leuchtendes Herbstkleid zeigt. Die Vorräte werden aufgefüllt. Rot-, Gold- und Gelb wechseln sich ab, dazwischen noch etwas Grün – prächtige Kürbisse wirken besonders schon herbstlich und wärmende Kürbissuppe schmeckt in der Herbstzeit am besten… Alles wird nun langsamer, stiller, Ruhe kehrt ein – jetzt ist die Zeit um für die Ernte und die Gaben aus der Natur zu danken…
Diesen besonderen Abend und den Übergang in der Nacht kann man mit einem schönen Essen ganz bewusst feiern. Vielleicht ladet ihr Freunde oder Familie ein, oder ihr genießt die Ruhe und macht euch selbst einen wunderschönen erholsamen Abend…
Copyright Text Anke Junginger, Bilder Anke Junginger und Erich Urban

Samhain, Halloween – Die Dunkelheit verkündet das Licht:
Das Fest des Neubeginns und der heiligen Feuer
Samhain, heute als Halloween bekannt, galt den Kelten als der Beginn des Jahres, es war eine Art Erntefest und man dankte für die Gaben der Natur, aber an diesem Tag gedachte und ehrte man auch die Toten.
Es war ein hoher Feiertag für die Kelten, an dem die Kraft des Lebens und das Wachstum erneuert werden sollten. So entzündeten sie Freudenfeuer in den Highlands um für die Ernte zu danken und die Wiederkehr des Lichts zu bitten. Das Licht dieser Feuer erhellte die Dunkelheit - im Andenken an die Sonne, die sich nun über den Winter zurückzog und der dunklen Jahreszeit die Herrschaft überließ. Ausgelassen sprang man über diese Feuer hinweg (zum Beispiel in Nord Wales). So trugen sie das heilige Licht nach der Feier in die eigenen Häuser und entzündeten dort das Herdfeuer für das neue Jahr.
Die reinigende Kraft des Feuers bereitete alles auf den Neubeginn vor, das Böse wurde vertrieben und das heilige Feuer des Neubeginns in die Häuser getragen.
In dieser Zeit nutzte man das Feuer auch, um in die Zukunft zu blicken. Samhain galt als Nacht der Geister und in dieser Nacht wurden Vorkehrungen getroffen, das Böse und die Dunkelheit abzuwehren, damit wieder neues Wachstum entstehen kann und das Licht am Ende des Winters zurückkehrt.
Samhain wurde gefeiert um die Wiederkehr des Wachstums und des Lebens sicherzustellen – denn das Ende des Sommers zeigte an, dass sich die Natur zurückzieht und zur Ruhe begibt. So nahmen die Kelten Abschied von der Sonne, sie führten Feuerrituale durch und brachten Opfer dar, um sicher zu stellen, dass die Sonne und das Leben wiederkehren und um die dunklen Kräfte zu besänftigen.

Erhelle die Nacht im Lichterschein,
heute bleiben die Geister nicht allein.
Das Licht es schützt und gibt Geleit –
Fühle Dich von Deiner Angst befreit.
Ein Schauer voll Andacht in dieser Nacht,
wenn die Seelen der Anderswelt erwacht.
Über dieser Nacht voller Magie,
liegt ein besonderer Zauber – vergiss das nie.
- Anke Junginger –
Spürt den Zauber der Nacht, die Geborgenheit, die Kraft des Lichts und den Segen!

Halloween, All Hallows’ Eve oder Samhain, uns als Nacht vor Allerheiligen bekannt, ist die Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November. Es ist eine heilige Nacht, in der es um viel mehr geht, als verkleidet durch die Straßen zu ziehen und Andere zu erschrecken – obwohl auch dieser Brauch auf eine sehr alte Tradition zurückblicken kann: Das Dunkle und das Böse sollte erschreckt werden, die Lichter in den Fenstern und Häusern hingegen sollten den Verstorbenen das Licht weisen. Es ist eine Nacht der Hoffnung, eine Nacht, in der das Leben und das Licht nicht nur ein Ende finden, sondern auch neu geboren werden.
Wer diese Nacht und ihre ganz besonders feierliche Energie spüren will, dem wird es auch möglich sein, denn nur selten ist das Tor zur Anderswelt so weit geöffnet wie an Samhain. Man feiert die reiche Ernte, ist dankbar für die Gaben der Natur und für die Kelten war diese Nacht auch eine Nacht, in der die Naturwesen, die Feen und Elfen besonders aktiv sind. Diese Wesen stehen für das Wachstum und die Kraft der Natur und so spielen sie in dieser besonderen Nacht auch eine große Rolle. Sie standen in enger Verbindung mit den Göttern des Wachstums, den Tuatha Dé Danann. Dies spürt man noch heute im Brauch, zu Weihnachten und Advent Weihnachtsbäume und grüne Zweige in die Häuser zu stellen - auch ein Zeichen für das Leben und die Lebendigkeit der Natur und für ihre Kraft, die momentan nur schlummert.

Wie feiert man Halloween?
Halloween ist nicht nur ein Fest für die Kinder, sondern für die ganze Familie oder auch ein Fest unter Freunden. Es wird der Toten gedacht und ein Licht für sie in die Fenster gestellt. Es ist aber auch ein Tag der Familie und des Lebens und so sollten ihn alle gemeinsam feiern und dabei Rituale durchführen.
Halloween wurde ursprünglich zu Ehren und im Andenken an die Toten gefeiert wurde - dies ist die Nacht, in der die Pforten in die Anderswelt am durchlässigsten sind. Da der Tod symbolisch für Neuanfang und große Veränderungen steht, werden alle Anliegen in dieser Sache von den Naturwesen sehr stark unterstützt. An diesem Tag kann man Altes sehr gut loslassen.
Das Wichtigste für einen gelungenen Halloween Abend sind die Kürbisse – diese sollte man sich rechtzeitig besorgen oder wer vorgesorgt hat, kann sie sogar im eigenen Garten ernten. Es gibt wundervolle Suppenrezepte und Rezepte für Kürbisbrot. So ist man am Tage damit beschäftigt die Kürbisse auszuhöhlen und die Speisen vorzubereiten. Auch Gebäck, Muffins oder Kuchen sind ein guter Abschluss und gehören einfach zur Halloween-Nacht. Generell werden Rituale gerne mit einem Essen oder mit Kuchen abgeschlossen. Man kommt wieder in der „normalen“ Welt an und das Ritual erhält dadurch auch eine größere Bewusstheit. Die Kinder helfen sicher gerne beim Aushöhlen der Kürbisse und haben ihren Spaß daran, die Kürbisse mit Gesichtern zu verzieren und sie als stimmungsvolle Lichter für den Abend vorzubereiten.
Sobald es dämmert werden die Kürbisse vor dem Haus mit Teelichtern erleuchtet – das wunderschöne orange Licht wirkt romantisch und gemütlich. Die Glasscheiben kann man mit bunten Herbstblättern verzieren (ein paar Tage vorher zwischen Bücher pressen und mit einem Tupfen Honig an die Glasscheiben kleben). Auf dem Tisch steht ein Teller mit den Gaben der Natur: Weintrauben, Äpfel, Birnen, Nüsse und andere Früchte...
Im Haus ist es dunkel und es sind bereits bunte Gläser mit Teelichtern und Kerzen vorbereitet – draußen steht ein kleiner Feuerkorb bereit. Die Holzscheite werden entzündet und alle versammeln sich um das Feuer. Jeder der einen Wunsch hat, oder den etwas bedrückt, schreibt dies auf einen Zettel. Nacheinander übergeben alle ihre Zettel dem Feuer mit den Worten (diese kann auch durch einen persönlichen Spruch ersetzt werden):
„Ein Neubeginn durch des Feuers Kraft viel Glück, Freude und Liebe schafft.
Das helle Licht nimmt Dunkles fort und Böses wird vertrieben von diesem Ort.
Heilige Flamme erhelle die Nacht – gesegnet sei alles, was nun beginnt.“
Eine Kerze wird am Feuer entzündet und vorsichtig ins Haus getragen. Dort werden alle Teelichter und Kerzen entzündet – das Licht schafft den heiligen Raum der Zukunft.
Nun ist die Zeit für das gemeinsame Essen und für Gespräche gekommen. Ein kleines Ritual und ein Essen – ein guter Neubeginn und auch ein Dank für alles Gute, was wir aus der Natur erhalten haben. Halloween lässt sich mit einem Nachtspaziergang abschließen – so kommen auch alle noch auf ihre Kosten, die die bösen Geister gerne mit gruseligen Kostümen austreiben wollen.
Seid Euch bewusst, dass Halloween nicht die Nacht des Geschreies, der Verärgerung und von Taten ist, die anderen schaden – gerade in dieser Nacht haben wir die Kraft, das neue Jahr (nach keltischer Zeitrechnung) so zu gestalten, wie wir es uns wünschen – und es kommt immer das zu uns zurück, was wir aussenden. Also handelt bewusst – verschenkt Freude und einen Hauch „Grusel“ – geht achtsam mit einem alten Brauch um und nutzt seine unendliche Kraft: Nehmt das neue Jahr in die Hand, lasst es leuchten mit orangen Kürbissen, die die Sonne in sich tragen, tragt die heilige Flamme in Eure Häuser und lebt diesen Tag voller Freude! Vertreibt die bösen Geister mit Eurem Lachen! Lasst niemanden traurig oder verärgert zurück, nehmt die Menschen an die Hand, erklärt ihnen was Halloween wirklich bedeutet und lasst sie spüren, was wir gemeinsam erreichen können.

Kleines Halloween Lexikon
Samhain oder auch Samain: Fest der Kelten in der Nacht des 31. Oktobers – Beginn des Winters. Es zählt zu den vier wichtigen keltischen Jahreskreisfesten neben Imbolc – 1. Februar, Beltane – 1. Mai, Lughnasadh – 1. August. Es ist die Nacht, in der der Schleier zur Anderswelt nur sehr dünn ist. Man dachte, dass die Toten mit den Lebenden in dieser Nacht in Verbindung treten können. Mit Lichtern in den Fenstern wurden die Verstorbenen zu ihren Familien geführt. Aber da man auch an böse Geister glaubte, versuchte man diese mit Verkleidungen abzuhalten und zu erschrecken.
Halloween oder Hallowe'en wurde aus dem englischen "All Hallows’ Eve" (Allerheiligen) verkürzt.
Jack-O'-Lantern ist der Name für einen ausgehöhlten und mit Gesicht verzierten Kürbis, der in der Nacht vom Kerzenlicht erleuchtet wird.
"Trick or Treat" bedeutet "Süßes oder Saures" und wird von den verkleideten Kindern gefordert, wenn sie an der Haustüre läuten...
Quelle bzgl. des keltisches Brauchtums: THE RELIGION OF THE ANCIENT CELTS, J.A. MACCULLOCH, Edinburgh: T. & T. CLARK, 1911.




