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Copyright Text und Bilder Anke Junginger

Weissdorn

Mythologie und Bedeutung des Weißdorns

Weißdorn – Der Baum der Feen, Reinigung und Kraft, hält Negatives fern

 

„Jedes Jahr, wenn der Sommer ins Land zog, sich der Weißdorn in sein milchweißes Kleid hüllte und die Luft mit seinem süßen Duft erfüllte, der Ginster sich golden über Täler und Hügel ergoss, zogen die Feen, angeführt von der Feenkönigin, in einem großen Festzug durch das Land.“

Aus Story of Thomas the Rhymer, von Thomas of Learmont, ein schottischer Dichter aus dem 13. Jahrhundert über den Weißdorn, Übersetzung aus dem Englischen v. Anke Junginger

 

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Der Weißdorn zählt zu den magischen Bäumen – ein kleiner Baum, der oft als Strauch erscheint und den man auf Grund seines unscheinbaren Bildes nicht unterschätzen sollte. Er ist ein Heiler, ein Magier, eine Traumpflanze und führt uns direkt in die Welt der Elfen. Seine weißen Blüten sind zart und liegen wir ein Hauch über den dicht verzweigten dornigen  Zweigen.  Sie verwandeln sich später im Jahr in kleine rote Früchte, auf die sich die Vögel freuen, doch sie lieben auch das dichte Geäst, das sich gut für den Nestbau eignet. Erstaunlich ist auch, dass der Weißdorn bis zu 500 Jahre alt werden kann. Der Weißdorn inspirierte auch den englischen Dichter Frank Stuart Flint:

 

Weißdorn,

weiße duftende Blütenpracht,

umrahmst die stillen Felder,

herrscht über Blumen und Gräser,

und das Summen der Bienen.

 

Frank Stuart Flint, 1885-1960, aus dem Gedicht Trees, Übersetzung Anke Junginger

 

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Der Weißdorn taucht in der keltischen Mythologie auf: In Schottland glaubte man bereits im Mittelalter an die mystischen Kräfte des Weißdorns – er galt als Hüter der Elfenwelt, denn hier konnten die Menschen die Grenzen überwinden und in das Reich der Feen gelangen.

In Irland glaubte man, dass Weißdornbäume die Wohnplätze der Feen seien. Bis heute hält sich der Glaube, dass man allein stehende Weißdornbäume aus diesem Grund nicht anrühren sollte, denn man fürchtet die Rache der Feen. Manche Straße wurde lieber um einen solchen Baum geführt um ihn nicht zu fällen. So glaubte man auch, dass die Blüten des Weißdorns nicht ins Haus gebracht werden sollen, da dies Unglück und Krankheit nach sich zieht. Wer jedoch einen Weißdorn auf seinem Land stehen hatte, den sollte Glück und Wohlstand erwarten. Man glaubte auch, dass Weißdorn vor dem Haus vor bösen Geistern und vor Blitz und Sturm schützt.

Im Freien wurde der Baum verehrt und eine heilige Aura umgab ihn – für die Kelten zählte er eindeutig zu den heiligen Bäumen: Man denke nur an den heiligen Weißdorn bei Glastonbury, der laut Legende aus dem Wanderstab des Joseph von Arimathäa erblühte.

Die Wikinger kannten das Schlafdornstechen – so nannten sie es, wenn ein Schlafzauber mit Hilfe des Weißdorns ausgeführt wurde.

 

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 Der Weißdorn rund ums Haus schenkt Schutz und trägt dazu bei, dass der Garten zu einer Oase für Tier und Menschen wird: Schlehen (auch Schwarzdorn) und Weißdorn zählen beide zu beliebten Heckenpflanzen, da man schon seit den alten Zeiten glaubte, dass ihre dornigen eng verzweigten Äste Hexen und böse Geister fernhalten würden. Man sagte, dass dort wo Weißdorn und Schlehe nebeneinander stehen ein magischer Raum entsteht und dass man an dieser Stelle Feen und Elfen entdecken könne.  Eine ganz einfache Antwort auf die Frage, wo kann man Feen und Elfen finden, könnte also lauten: Willst Du Elfen sehen, musst Du zu einem Weißdornbusch gehen…

So ganz hat der Weißdorn seinen Zauber nicht verloren – er ist seltener geworden in den Gärten, leider, jedoch wurde er erst 1990 zur Heilpflanze des Jahres gekürt. Er stärkt vor allem das Herz, bringt den Kreislauf in Schwung und vertreibt Müdigkeit – ein Baum voller Energie und Lebenskraft. Der Weißdorn schenkt Freude und vertreibt Trübsinn. Bei Räucherungen mit den getrockneten Blüten, Blättern oder Beeren wird ihm vor allem eine reinigende Wirkung zugesprochen, zudem zieht er das Glück an und schenkt Schutz.

Der Weißdorn (Crataegus) kommt als Strauch oder kleiner Baum vor und er zählt zu den Kernobstgewächsen in der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Der Weißdorn sollte in keinem Naturgarten fehlen. Er trägt im Volksmund viele Namen, wie zum Beispiel Heckendorn, Mehldorn, Hagedorn, Christdorn, Zaundorn, Edeldorn oder Mehlfässel.

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